Die 4.0 Industrielle Revolution

Die drei ersten industriellen Revolutionen haben die wirtschaftlichen und sozialen Verhältnisse, die Arbeitsbedingungen und die Lebensumstände vor allem im 19. Jahrhundert stark verändert. Die anstehende vierte Revolution beinhaltet die umfassende Digitalisierung der industriellen Produktion und die vollkommene Vernetzung durch Informations- und Kommunikationstechnik. Der neue Mobilfunkstandard 5G (fünfte Generation) unterstützt diese flächendeckende Vernetzung technischer Geräte und Sensoren und ermöglicht so die mobile Übertragung riesiger Datenmengen. 5G ist somit eine wichtige Voraussetzung der sogenannten industriellen Revolution 4.0.

Neue Geschäftsfelder

Die Behebung zukünftiger Kapazitätsengpässe auf den bestehenden Mobilfunknetzen ist keine Notwendigkeit, sondern eröffnet neue Geschäftsfelder für die Betreiber von Mobilfunknetzen. Das 5G-Netz wird Milliarden von Geräten und Sensoren im Internet der Dinge (IoT) und im Jahre 2020 einen erwarteten, weltweiten Umsatz von über einer Billion Euro erzielen. Somit drängen Industrie und Telekomgesellschaften auf eine schnelle Einführung dieser Technologie sowie die entsprechende Anpassung der Rahmenbedingungen seitens der Politik, was beispielsweise in der Schweiz auf eine Erhöhung der Grenzwerte hinauslaufen würde.

„Gemäss Schätzungen der Mobilfunkbranche ist in der Schweiz mit zusätzlichen 15’000 Senderstandorten zu rechnen. Die Kosten pro Standort belaufen sich auf etwa 250 000 Franken. Für neue Antennenstandorte ist – im Vergleich mit dem Ausbau bestehender Anlagen – mit bis zu zehnmal so hohen Investitionskosten zu rechnen. Von Relevanz sind für die Netzbetreiberinnen zudem nicht nur die Investitions-, sondern auch die Betriebskosten, welche ebenfalls deutlich ansteigen werden.“ [Bundesrätin Leuthard, Fragestunde. 12.03.2018]

Nach der zweimaligen Ablehnung der Erhöhung der Anlagegrenzwerte durch den Ständerat hat Bundesrätin Leuthard in der Fragestunde des Nationalrats gesagt:

„Erstens hoffe ich, dass das Parlament gescheiter wird. Das wäre das Einfachste, dann könnten wir die Verordnung anpassen. Ja, das muss ich so sagen, wir haben im Bundesrat diese Meinung. Das ist nicht an den Nationalrat gerichtet, hier ist der Ständerat gefragt, der aus unserer Sicht zweimal weder innovations- noch wirtschaftsfreundlich entschieden hat; aber das gilt halt jetzt. Es geht nur um die Anlagegrenzwerte. Die Immissionsgrenzwerte sind von der WHO festgelegt, diese beeinflussen wir nicht, es gibt hier immer wieder Missverständnisse. Bei den Anlagegrenzwerten können wir die Methodik der Messung technisch noch ein bisschen ändern, das werden wir jetzt beim Bakom versuchen. Aber es wird mehr Antennenstandorte geben, somit wird es dann halt nicht für die ganze Schweiz Chancengleichheit geben, sondern unterschiedliche Geschwindigkeiten und Möglichkeiten. Aber eben, wir haben noch ein bisschen Zeit, und vielleicht kann der Nationalrat den Ständerat überzeugen.“

Die 5G Technologie

Obwohl die fünfte Generation auf der Vierten aufbaut, ist sie ein Quantensprung hinsichtlich einer hundertfachen Erhöhung der Datenrate, Tausender neuer Antennen, hohen aggressiven Frequenzen und Milliarden neuer Teilnehmer.

Höhere Frequenzen

5G verwendet höhere Frequenzen als die Vorgängergenerationen um die angestrebten Datenmengen übertragen und gleichzeitig kleiner Antennen bauen zu können. So sind für die ersten Anwendungen die Frequenzen von 700 MHz und 3.5 GHz vorgesehen und später die Frequenz von 28 GHz. Die beiden tiefen Frequenzen werden benötigt, um die grossflächige Versorgung mit 5G sicherzustellen (Dörfer, Städte) und werden für den ersten Ausbau verwendet. 28 GHz wird für die kleinzellige Funkversorgung verwendet und  ist dafür verantwortlich, dass alle 100m eine neue Antenne aufgestellt werden wird.

Gefahr mm-Wellen

Die Bezeichnung mm-Wellen bezieht sich auf die Länge der elektromagnetischen Welle und deren Verhalten beim Auftreffen und Eindringen in Materie. So ist die Eindringtiefe der Wellen in unseren Körper bei hohen Frequenzen viel geringer als bei tieferen Frequenzen. Die Energie der mm-Wellen wird vor allem von unserem grössten Organ, der Haut, aufgenommen wo sie die Drüsen schädigen kann. So warnt die Schweizerische Ärztevereinigung FMH vor einer Erhöhung der Grenzwerte und auch eine internationale Vereinigung von Wissenschaftler warnt eindringlich vor den Auswirkungen der elektromagnetischer Strahlung.
Kurzwellige elektromagnetische Strahlung ist auch eine grosse Gefahr für Insekten deren Körpergrösse im Verhältnis zur Wellenlänge seht und somit die Strahlungsenergie besonders effektiv aufnimmt.

Adaptive Antennen

Adaptive Antennen sind in der Lage, die abgehenden elektromagnetischen Wellen so zu steuern, dass ein gerichteter Strahl ein stärkeres Signal zum Mobilgerät übertragt. Um diese Wellen zu erzeugen, sind viele kleine Antennen in einem Gehäuse notwendig; bei der 5G Technologie sind dies aktuell 64 bis 256 Kleinstantennen. Der Mobilfunkteilnehmer wird somit einem stärkeren Signal ausgesetzt als mit konventionellen Antennen.

Mikrozellen

Da die Reichweite elektromagnetischer Strahlung mit zunehmender Frequenz aufgrund von Hindernissen stark abnimmt und verlangt 5G bei hohen Frequenzen eine Sichtverbindung zwischen Antenne und Mobilgerät. Diese physikalische Eigenschaft und die grosse Anzahl erwarteter Benutzer bedingen eine Netzwerkarchitektur, welche auf einer riesigen Anzahl kleiner Funkzellen basiert und einen massiven Netzausbau mit tausenden neuer Antennen erfordert.

Druck der Industrie

Ausser einer noch schnelleren Datenverbindung, die HD Videostreaming an jeder Busshaltestelle erlauben würde, ist 5G primär ein Netzwerk für die Industrie, welche der eigentliche Treiber dieser Technologie ist. Mit den bekannten Argumenten der Standortbenachteiligung gegenüber anderen Ländern und dem damit verbundenen Abbau von Arbeitsplätzen, schüren Interessenvertreter der Industrie die Angst in der Bevölkerung, um den Ausbau von 5G zu forcieren und damit das vermeintlich kleinere Übel der gesundheitlichen Gefährdung zu wählen. Dass wir vor den Auswirkungen elektromagnetischer Strahlung geschützt sind, wird von Politik, WHO (Weltgesundheitsorganisation) und offiziellen Stellen immer wieder unterstrichen. Dies geht sogar so weit, dass ITU (Internationale Fernmeldeunion) und WHO eine weltweite Vereinheitlichung der Grenzwerte anstreben.
Dazu passt, dass der die Regierungen beratende Verein ICNIRP (International Commission on Non-Ionizing Radiation Protection) an der Ausarbeitung neuer Grenzwerte ist, welche mit dem Schutz der Bevölkerung wenig zu tun haben. Die Grenzwerte in ihren Richtlinien basieren nämlich immer noch ausschliesslich auf der Wärmewirkung der Strahlung und ignorieren die gefährliche biologische Wirkung (welche übrigens durch hunderte von Studien belegt ist) komplett.

Wirkung elektromagnetischer Strahlung

Die elektromagnetische Strahlung interagiert mit den Atomen und Molekülen der Materie auf welches sie trifft. Ein Teil der Strahlungsenergie wird reflektiert, der andere Teil tritt in das Material ein und wird absorbiert. Energie und Information, welche in biologische Materie eintritt, erzeugt darin komplexe Feldmuster in Abhängigkeit von deren Aufbau und der Art der eintreffenden Wellen. Das induzierte elektrische Feld beeinflusst und stört die biologischen Abläufe, Steuersignale und Prozesse empfindlich. Diese Beeinflussung beruht auf der Tatsache, dass das stark schwingende elektrische Feld eine Kraftwirkung auf frei bewegliche, geladene Teilchen wie Elektronen und Ionen ausübt und deren geplante Bewegungsrichtungen oder Ladung verändert.

Wenn wir uns bewusst werden, dass wir in einem elektrisch gesteuerten Körper leben, in welchem Steuersignale Informationen zwischen Zellen (z.B. Ionenkanäle, Zellpotential) und Organen austauschen, Befehle vom Gehirn an Muskeln übertragen oder elektrische Potentiale zur Wundheilung benötigt werden, dann ist es nachvollziehbar, dass technisch erzeugte elektromagnetische Strahlung eine gesundheitsgefährdende Wirkung entfalten kann – und genau dies wird in vielen Studien nachgewiesen.

Die Auswirkungen der Mobilfunkstrahlung auf Mensch, Tier und Natur sind mannigfaltig: Es werden nicht nur die biologischen Abläufe gestört, sondern auch unsere Psyche, welche wegen dem grossen Suchtpotential der elektronischen Geräte und unangebrachten Inhalten (z.B. Pornographie) stark aus dem Gleichgewicht gebracht werden kann. Chronische Krankheiten sind das Resultat!

So wird die fünfte Mobilfunk-Generation die schon heute bekannten negativen Auswirkungen noch enorm verstärken.