Kanton Genf verbietet vorerst den Bau von 5G-Antennen

Das Genfer Kantonsparlament hat klar mit 58 zu 28 Stimmen einen Vorstoss gutgeheissen, welcher ein Bau von 5G-Antennen verbietet, bis unabhängige wissenschaftliche Erkenntnisse über mögliche gesundheitliche Auswirkungen vorliegen. Die Genfer Regierung soll nun bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO) unabhängige Studien verlangen.

5G ist ein zusätzliches Netzwerk

Seitens Mobilfunkbetreiber wird immer wieder erwähnt, dass 5G dasselbe wie 4G sei. Der 5G-Standard basiert zwar auf der 4G-Technologie hat aber wesentliche Änderungen, wie höhere Frequenzen, grössere Bandbreiten und eine massive grössere Anzahl an Antennen. Dies Alles führt zu einer starken Zunahme der Strahlenbelastung und einer neuen Art von Mobilfunkwellen, welche neue biologische Auswirkungen auf Menschen, Tiere und die Natur haben kann. Zurzeit kann niemand sagen, was 5G für Auswirkungen haben kann.

Erst abklären dann bauen!

Bis anhin wurden Mobilfunknetzwerke ohne vorausgehende Untersuchungen der möglichen gesundheitlichen Auswirkungen installiert. Studien werden parallel zum Betrieb durchgeführt und Resultate nicht anerkannt um fröhlich weiterbauen zu können. Mit dem Entscheid im Genfer Kantonsparlament sollen nun endliche diese Abklärungen davor gemacht werden.

Der Bund im Dilemma

Im Februar wurden die Mobilfunkfrequenzen für 5G vom Bund für knapp 400 Million Franken an die Betreiber versteigert. Wie wird nun der Bund mit dem Genfer Moratorium umgehen? Es ist kaum zu erwarten, dass Swisscom, Sunrise und Salt den Genfer Entscheid einfach hinnehmen werden, was aufgrund der bezahlten Millionen auch nachvollziehbar ist. Und hier liegt das Problem! Der Bund darf kein Geld für Mobilfunkfrequenzen einziehen, will er unabhängig bleiben!

Die letzte Versteigerung hinterlässt sowieso einen sehr faden Eindruck. Denn erstens verlangt der Bund Geld für die Funkfrequenzen, was den Betreibern Argumente wie im Fall Genf liefert und zweitens hat er die Höhe des Betrags limitiert, denn die Telefongesellschaften sollen ja nicht zu viel bezahlen müssen!

Auch in der Waadt hat das Parlament Bedenken

Im Kanton Waadt will der Staatsrat ein Moratorium für die Installation von 5G-Antennen prüfen. Dies ist die Antwort der Regierung auf eine Anfang Woche mit 95 Stimmen zu 9 bei 25 Enthaltungen angenommene Resolution. Die Resolution verlangt eine Aussetzung des Baus von 5G Antennen bis der Bericht der Arbeitsgruppe unter der Leitung des BAFU im Sommer 2019 vorliegt. Der Staatsrat hat zwar kein Moratorium beschlossen wird aber die Sache prüfen.

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